Windschutzscheibe: Wann muss sie ausgetauscht werden?

Auf Autobahn oder Landstraße aufgewirbelte Steinchen können bei Geschwindigkeiten jenseits von 100 km/h schnell zum Geschoss werden. Trifft der Stein die Windschutzscheibe im richtigen Winkel, ist eine Beschädigung nicht zu vermeiden. Doch so ein Steinschlag ist mehr als ein kleiner Schönheitsfehler. Unter Umständen kann er sich im Glas ausbreiten oder gleich die gesamte Windschutzscheibe unbrauchbar machen. Wann ein Steinschlag noch repariert werden kann und in welchem Fall die gesamte Scheibe ausgetauscht werden muss, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Reparaturen oft möglich

In vielen Fällen ist es den Werkstätten möglich, den Steinschlag ohne einen Scheibentausch auszubessern. Das ist jedoch nur in klar definierten Fällen möglich: Zunächst muss beachtet werden, dass eine Windschutzscheibe nicht mit einer normalen Fensterverglasung zu vergleichen ist. Damit bei Unfällen keine scharfen Splitter entstehen, besteht eine Autoscheibe aus zwei Glasschichten, die miteinander über eine dazwischenliegende Folie verklebt sind. Repariert werden können dabei grundsätzlich nur Steinschläge, die auf die erste Glasschicht begrenzt bleiben. Ist der Steinschlag daher auch an der Innenseite der Scheibe zu erfühlen, kommen Sie um einen Austausch der Windschutzscheibe nicht herum.

Position und Größe sind entscheidend

Kann der Schaden nicht von innen ertastet werden, kommt es auf die Ausmaße des Steinschlages an. Als Faustregel gilt hierbei die Größe eines Zwei-Euro-Stücks: Ist der Schaden größer, kann keine Reparatur mehr vorgenommen werden. Auch wenn sich vom Steinschlag aus weitere Risse ausgebreitet haben oder der Defekt näher als zehn Zentimeter am Scheibenrand liegt, ist ein Austausch unumgänglich. Zudem darf der Steinschlag nicht im Sichtfeld des Fahrers liegen. Dieses entspricht etwa der Größe eines DIN-A-4 Blattes über dem Lenkrad.

Kosten richten sich nach dem Fahrzeugmodell

Wird ein Wechsel der Windschutzscheibe fällig, kommt es auf die konkrete Ausstattung des Fahrzeuges an. So können etwa verbaute Kameras von Spurhalteassistenten die Kosten in die Höhe treiben. Allgemein muss man aber in jedem Fall mit Kosten in Höhe von 600 bis 1000 Euro rechnen. Denn der Austausch ist recht aufwändig: Neben dem Rückspiegel müssen Anbauteile wie Windfang, Abdeckleisten, Dichtungen und Scheibenwischer demontiert werden. Außerdem müssen neben der Scheibe auch die Klebereste vom Scheibenrahmen entfernt werden, bevor ein spezieller Scheibenkleber aufgebracht werden kann. Nach dem Einsetzen der neuen Scheibe muss dieser zunächst zwei Tage aushärten, bevor wieder alle Anbauteile montiert und belastet werden können.

Reparatur meist kostengünstig

Ist dagegen der Schaden noch überschaubar, hat man Glück gehabt: Zwar kommt die Versicherung nicht für den Schaden auf, für etwa 100 Euro kann der Steinschlag verhältnismäßig einfach zu beseitigen. Dabei wird mit einer speziellen Vakuumglocke ein schnell aushärtendes Harz in die Risse eingepresst. Nach der Trocknung und anschließender Politur hat die Windschutzscheibe beinahe wieder ihre alte Festigkeit erreicht. Das optische Problem wird durch dieses Verfahren zwar nicht gelöst, was auch der Grund ist, warum der Steinschlag nicht im Sichtfeld des Fahrers liegen darf. Nässe kann nun jedoch nicht mehr bis zur Zwischenfolie vordringen und eine weitere Rissbildung wird verhindert. Zwar spart man sich hier mehrere hundert Euro, das Verfahren hat jedoch Grenzen. Ab etwa drei Steinschlägen ist die Stabilität der Scheibe bereits so stark herabgesetzt, dass dann ebenfalls ein kompletter Austausch nötig wird.

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