Tipps für Berufspendler

Rund 30 Millionen Pendler sind täglich auf den deutschen Straßen unterwegs – zwei Drittel davon mit dem Auto. Morgens ins Büro und am Abend wieder zurück: Viele glauben, ihre Strecke im Schlaf zu beherrschen.Doch gerade bei bekannten Wegen lässt die Aufmerksamkeit extrem nach und Veränderungen, beispielsweise eine schärfere Geschwindigkeitsbegrenzung oder eine neu eröffnete Baustelle, werden weniger bemerkt. Im schlimmsten Fall bleibt es dann nicht bei einem Strafzettel, sondern die Fahrt zur oder von der Arbeitsstelle endet mit einem Unfall. Aber es gibt Möglichkeiten, die Gefahr zu erkennen und zu beseitigen.
Im Jahr 2006 sind laut dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) 158.769 Wegeunfälle, also Unfälle auf dem unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle, gemeldet worden – 475 davon endeten tödlich. Während Arbeitsunfälle seit Jahren kontinuierlich sinken, verharrt die Anzahl von Wegeunfällen fast unverändert auf hohem Niveau. Rund 55 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich dabei mit dem PKW. Das zeigt, wie gefährlich auch bekannte Straßen sein können. Pendler sind meist ausgesprochene Vielfahrer und daher auch besonders routinierte Fahrer. Dies ist einerseits ein Vorteil. Andererseits führen gerade die Routine und die bekannte Strecke dazu, dass das Autofahren häufig fast zur Nebensache wird: Essen, Trinken, Rauchen, Telefonieren, die Tagesordnung des anstehenden Meetings überfliegen –all das setzt die Aufmerksamkeit extrem herab.

Immer wieder werden deswegen Maßnahmen gefordert: Dazu gehören beispielsweise eine Verbesserung von Verkehrsinformationen wie Beschilderung, Staumeldungen im Radio und Navigationssystemen oder gar eine komplette Trennung von Personen- und Lastkraftverkehr. Auf folgende Dinge sollten Vielfahrer/Pendler achten, um möglichst konzentriert unterwegs zu sein und so selbst für die eigene Sicherheit zu sorgen:

Möglichst alle Reize im Auto reduzieren, das heißt Handy aus und das Frühstück vor der Fahrt oder erst im Büro essen.

Das Radio sollte nicht zu laut aufgedreht sein, gänzlich ungeeignet sind Hörbücher und Hörspiele, da diese zu viel Aufmerksamkeit fordern. Die Aufmerksamkeit steigernd wirkt leise klassische Musik.

Der Arbeitstag sollte nicht im Auto vorbereitet werden. Terminkalender und wichtige Unterlagen checken sind während der Fahrt tabu.

Fahrgemeinschaften entlasten den einzelnen Fahrer sowie das gesamte Verkehrsaufkommen. Belehrungen des Fahrers sind dabei aber zu vermeiden.

Fahrsicherheitstrainings können die Fahrfertigkeiten verbessern, besonders empfehlenswert sind spezielle Kurse zur Stressreduktion beim Autofahren.

Rechtzeitig losfahren und Geschwindigkeitspuffer einplanen, vor allem bei besonderen „Rahmenbedingungen“ wie beispielsweise schlechtes Wetter, Ferienbeginn, Baustellen oder Streiks.

Grundsätzlich sollten sich auch routinierte und versierte Autofahrer als Teil des Gesamtverkehrs sehen, vorausschauend fahren und bedenken, dass auch andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen, die sie treffen können.

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