Zehn Tipps rund um Winterreifen

Die kälteste der vier Jahreszeiten hat in einigen Regionen Deutschlands bereits Einzug gehalten. Deshalb ist jetzt Zeit, sein Auto so schnell wie möglich mit Winterreifen auszustatten. Doch welche Winterreifen sind die besten und worauf muss ich beim Kauf achten? Wir haben zehn Tipps und Tricks rund um Winterreifen und Co. zusammengefasst.

1. Jetzt schon wechseln oder lieber warten?

Eine zeitlich definierte Winterreifenpflicht gibt es nicht. Dennoch besteht seit einigen Jahren die so genannte situative Winterreifenpflicht. Diese sieht vor, dass ein PKW bei entsprechend winterlichen Verhältnissen – das heißt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte – unbedingt mit Winterreifen ausgestattet sein muss. Mitte Oktober 2015 wurden bereits erste Autofahrer durch plötzlichen Schneefall überrascht und erste Unfälle haben nicht lange auf sich warten lassen. Der frühzeitige Winterreifen-Wechsel – etwa Mitte bis Anfang Oktober – ist deshalb absolut empfehlenswert!

2. Marken- oder No-Name-Winterreifen?

Bei der Wahl des richtigen Winterreifens sollte man unbedingt auf Reifen-Tests und Reifen-Vergleiche diverser Automobilclubs, Prüforganisationen oder Magazine zurückgreifen. Dort bekommt man ausführliche Tipps und Ratschläge, welcher Winterreifen der beste ist. Grundsätzlich gilt: Mit Marken-Reifen kann man kaum etwas falsch machen. Doch auch Sub- und Zweitmarken der Reifenhersteller (z.B. Fulda-Reifen aus dem Goodyear-Konzern oder Barum-Reifen von Contintental) sind qualitativ sehr hochwertig und warten in der Regel mit guten Qualitätseigenschaften auf. Den Griff zu Billig-Reifen aus Fernost sollte man in der Regel vermeiden!

3. Wo bekommt man Winterreifen günstig und schnell?

Günstige Winterreifen bekommt man nicht nur beim Reifen-Händler um die Ecke, sondern auch im Internet. Hier bietet sich der Besuch von Vergleichsportalen an, in denen man mittels Suchmaske nach dem richtigen und günstigsten Winterreifen suchen kann. Der Versand der Reifen ist in der Regel kostenlos und dauert nur wenige Werktage. So bekommt man seine Winterreifen direkt vor die Haustür geliefert.

4. Selber wechseln oder wechseln lassen?

Hat man seine Winterreifen samt Felgensatz bereits montagebereit in der Garage liegen, kann man getrost auch selber wechseln. Anders ist es, wenn man neue Reifen kauft und alte Reifen entsorgen muss. Servicepartner (z.B. ATU) und Autohäuser erledigen nach Terminvereinbarung gerne den Wechsel von Winterreifen. Alte Winterreifen können hier entsorgt und Sommerreifen auf Wunsch sogar eingelagert werden. Zudem kümmern sich die Servicepartner nicht nur um das Aufziehen der Winterreifen, sondern auch um das richtige Auswuchten. Wir empfehlen, dass man sich einen Felgensatz für den Winter und einen weiteren Felgensatz für den Sommer zulegt. So spart man sich teure Gebühren für das Aufziehen und braucht lediglich den Wechsel bezahlen.

ADAC Winterreifentest.

ADAC Winterreifentest.

5. Woran erkenne ich einen Winterreifen?

Einen Winterreifen erkennt man an der so genannten M+S-Kennzeichnung an der Reifenflanke. Gemäß europäischer Richtlinie 92/23/EWG sind nur solche Reifen auch Winterreifen, die über diese Kennzeichnung verfügen. Doch damit die tatsächliche Wintertauglichkeit eines Reifens auch wirklich gewährleistet ist, sollte man zusätzlich auf das Schneeflocken-Symbol achten. Das M+S-Symbol wird nämlich von verschiedenen Herstellern auch für Geländewagen-Sommerreifen genutzt.

6. Wie hoch ist die Mindestprofiltiefe für Winterreifen?

Ein neuer Reifen weist ein Profil von etwa acht bis neun Millimetern auf. Diese Profiltiefe verändert sich je nach Fahrweise und Einsatzzeit und nimmt deshalb mit der Zeit ab. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Sommer- und Winterreifen beträgt 1,6 Millimeter. Doch gerade bei Winterreifen ist die Mindestprofiltiefe ein wichtiger Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. Eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern wird von Fachleuten empfohlen – danach sollte man den Sommer- sowie Winterreifen unbedingt austauschen.

7. Wie alt sollte ein Sommer- oder Winterreifen maximal sein?

Abseits von der Mindestprofiltiefe spielt auch das Alter der Reifen eine wichtige Rolle. Ein Sommer- sowie Winterreifen sollte nicht älter als sieben Jahre sein, denn mit der Zeit verändern sich die technischen Eigenschaften eines Autoreifens. Der Automobilclub ADAC empfiehlt sogar, dass ein Reifen nicht älter als drei Jahre sein sollte.

8. Kann ich Winterreifen auch im Sommer fahren?

Eine gesetzliche Regelung, die das Fahren von Winterreifen im Sommer verbietet, gibt es nicht. Doch die Eigenschaften eines Winterreifens können sich bei trockenen Bedingungen und warmen Temperaturen deutlich verschlechtern. Hier hat man aufgrund der weicheren Gummimischung nicht nur mit einer höheren Abnutzung, sondern auch mit einem deutlich längeren Bremsweg zu rechnen. Winterreifen im Sommer sind also nicht empfehlenswert.

9. Sind Ganzjahresreifen empfehlenswert?

Ganzjahresreifen sind vor allen Dingen für Geländewagen geeignet. Doch einen normalen PKW sollte man laut ADAC nicht mit Ganzjahresreifen bestücken, denn diese Reifenart stellt eigentlich nur einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Ein ausführlicher Test des Automobilclubs hat ergeben, dass das Allwetterprofil von Ganzjahresreifen gerade im Winter mit schlechteren Eigenschaften – vor allen in Bezug auf Handling und Bremsweg – einhergehen. Man sollte also dennoch einen Satz Winterreifen parat haben und Ganzjahresreifen in der Regel vermeiden.

10. Welches Bußgeld droht?

Wer bei entsprechenden Verhältnissen nicht mit Winterreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld in Höhe von etwa 60 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Wird der Verkehr aufgrund der falschen Bereifung behindert, droht sogar ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister. Je nach Umstand und im Falle eines Crashs muss man außerdem mit anteiligen Kürzungen seitens Vollkaskoversicherung rechnen. Keine Sorgen muss man sich im Übrigen bei der Haftpflichtversicherung machen – diese zahlt auch Schäden beim Unfallgegner bzw. Unfallopfer, wenn der Unfallverursacher mit Sommerreifen unterwegs war.

Fotos: ADAC Presseportal

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