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VW Scirocco Cup: Umweltfreundlicher Motorsport

Im Scirocco-Cup setzt Volkswagen im Rennsport die wegweisende Erdgas-Technik erstmals in einem Hersteller-Cup mit einheitlichen Tourenwagen ein.

28.10.09 12:36
Kategorie: Motorsport, VW

 

Durch die Verwendung des besonders umweltschonenden Bio-Erdgases reduziert der Volkswagen Scirocco Cup dabei die CO2-Emission im Vergleich zu herkömmlichem Ottokraftstoff um 80 Prozent. "Volkswagen verbindet mit dem Scirocco Cup auf der Rennstrecke Umweltbewusstsein mit Wirtschaftlichkeit und Sportlichkeit", so Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Damit unterstreicht dieser Motorsport-Markenpokal die Unternehmensstrategie der Marke Volkswagen: mit innovativen Technologien einen Teil zur Nachhaltigkeit beizutragen, ohne auf die dynamischen Tugenden eines Volkswagen verzichten zu müssen."

 

Im Volkswagen Scirocco Cup kommt sogenanntes Bioerdgas zum Einsatz. Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Gras oder speziellem Mais sowie aus Abfallproduktion gewonnen und anschließend veredelt. In der Herstellung ist Bioerdgas CO2-neutral: Es entsteht dabei nur die Menge Kohlendioxid, die zuvor aufgenommen wurde. Aus einer Tonne organischer Reststoffe wird eine Energiemenge hergestellt, die der von 60 Litern Heizöl oder 200 kWh Strom entspricht. Bei dieser Menge vermindert es den Schadstoffausstoß von CO2 um 170 kg. Mit dem Ertrag einer Anbaufläche von einem Hektar können mit Bioerdgas 67.600 Kilometer zurückgelegt werden – damit ist Bioerdgas der mit Abstand effektivste Biokraftstoff.

 

Als Antriebsquelle des Cup-Scirocco kommt ein Zweiliter-Turbomotor in Reihenvierzylinder-Anordnung zum Einsatz. Das für den Rennsport optimierte Triebwerk greift auf den TSI-Basismotor zurück, der im Scirocco R zum Einsatz kommt, der sportlichsten Straßenversion. Die Ingenieure von Volkswagen Motorsport entwickelten aus dem Basisaggregat eine Erdgas-Rennsportversion, die 220 PS Leistung und 275 Nm Drehmoment liefert. Ihr Augenmerk lag dabei auf der gutmütigen Fahrbarkeit des Motors und seiner Langlebigkeit.

 

Auf eine ebenfalls erprobte Basis konnten die Ingenieure bei der Kraftstoffversorgung zurückgreifen. Bei der Edelstahl-Verrohrung und den nötigen Spezialventilen für den CNG-Betrieb kommen Komponenten aus der Serienfertigung der marktführenden Volkswagen Modelle mit Erdgas-Antrieb zum Einsatz. Die Systemdrücke von 200 bar entsprechen denen der Serienfahrzeuge. Der Kraftstoffbehälter aus einem Verbundwerkstoff ist im Innenraum – hinter dem Fahrersitz und vom Überrollkäfig geschützt – angeordnet. Er fasst 22 Kilogramm Bioerdgas, was einem Äquivalent von etwa 35 Litern herkömmlichem Otto-Kraftstoff entspricht.

 

Bei der Kraftübertragung griff das Techniker-Team auf das innovative DSG-Getriebe zurück, das Volkswagen für zahlreiche Straßenmodelle anbietet. Das serienmäßige Doppelkupplungs-Getriebe mit sechs Schaltstufen wird per Schaltwippen am Lenkrad des Cup-Scirocco betätigt, dazu steht auch ein Wahlhebel in der Mittelkonsole zur Verfügung. Ein technisches Leistungsmerkmal des Cup-Scirocco ist in Tourenwagen-Markenpokalen einmalig: Das Push-to-pass-System sorgt für die kurzzeitige Anhebung des Ladedrucks und damit für eine um 30 PS höhere Leistungsentfaltung des Zweiliter-Triebwerks. Die Dauer und die Häufigkeit der Betätigung dieses elektronisch geregelten Systems ist begrenzt. Damit wird der Push-to-pass- zu einem Taktik-Knopf: Der Fahrer, der klug mit dessen Einsatz haushaltet, kann ihn gewinnbringend im Rennen verwenden, für zusätzliche Überholmöglichkeiten sorgen oder solche Attacken abwehren.

 

Bei der zur Jahresmitte begonnenen Entwicklung des Cup-Scirocco profitierten die Ingenieure und Techniker vom weltweiten Engagement der Marke Volkswagen. Als Basis-Fahrzeug findet der Cup-Scirocco Verwendung, der 2009 in China mit einem 200 PS starken TSI-Benzinmotor sein Debüt gab. Bei der Bremsanlage griffen die Ingenieure auf ein seit zwei Jahren erfolgreich eingesetztes System zurück: Mit High-Performance-Komponenten aus dem Konzern-Baukasten entstand eine extrem leistungsstarke Bremsanlage mit Renn-ABS, die auch im US-amerikanischen Jetta TDI Cup mit "Clean Diesel"-Antrieb eingesetzt wird. Sowohl der Scirocco für den chinesischen als auch der Jetta für den nordamerikanischen Markenpokal wurden von Volkswagen Motorsport in Deutschland entwickelt.

 

Auch in Sachen Sicherheit vertraut Volkswagen im deutschen Scirocco-Cup auf Bewährtes: Wie im ADAC Volkswagen Polo Cup, den der Scirocco-Cup als Partnerserie der DTM im Jahr 2010 ersetzt, sind im Cup-Scirocco ein Überrollkäfig und eine Feuerlöschanlage nach der Norm des Automobil-Weltverbandes FIA verbaut. Ebenfalls Standard ist der OMP-Rennsitz mit gepolsterten Kopfprotektoren. Ein Sechspunktgurt, ein zusätzliches Sicherheitsnetz und das obligatorische HANS-System schützen den Fahrer im Falle eines Unfalls. Wie in allen Cup-Fahrzeugen aus dem Hause Volkswagen findet auch im Scirocco ein Sportlenkrad mit Airbag Verwendung.

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