SEMA 2009: Nachschau der Supershow

Auf der SEMA in Las Vegas war auch 2009 wieder die Hölle los. Trotz Krise wurde nicht gekleckert sondern geklotzt. Neben unglaublichen Boliden war der Camaro einer der Tuner-Stars der Messe. Pünktlich um 8.00 Uhr Ortszeit ging es am 4. November los. Bereits eine Stunde von Messebeginn öffnete der "NEW Products Showcase", eine Halle, in denen ausgesuchte neue Produkte gezeigt werden. Knapp eine Stunde später wurden dann auch die restlichen Hallen geöffnet und das Publikum zeigte sich begeistert. Dabei ist trotz der amerikanischen Automobilkrise kein Einbruch festzustellen. Rund 25.000 Besucher (Die Messe ist nur dem Fachpublikum zugänglich) zählten die Veranstalter am ersten Tag und liegen damit vollauf mit den Zahlen des Vorjahres. Neben den Zubehörherstellern sind auch viele Automobilhersteller vertreten, die mit zum Teil unglaublichen Showcars um Aufmerksamkeit buhlen. So sind neben den amerikanischen Automobillabels auch die US-Divisionen der Japaner vor Ort und zeigen ihre neuesten Automobile.

Der Star der diesjährigen Show ist der Chevrolet Camaro in seiner Neuauflage, der in den USA von je her einen ähnlich hohen Stellenwert genießt wie die Corvette oder der Ford Mustang. Und die Zubehörhersteller haben viele neue Teile im Gepäck. Räder in unzähligen Designs, Fahrwerke, Body-Kits, Kompressorumbauten und Accessoires.

Die Vielfalt im Angebot übersteigt die deutsche Vorstellungskraft bei Weitem und zeigt einmal mehr, was geht, wenn keine Regularien oder Institutionen wie der TÜV im Wege stehen. Sinnvoll oder nicht ist hier zudem kein Thema, erlaubt ist, was gefällt.

Das Thema ÖKO hingegen nimmt nur einen denkbar kleinen Raum ein. Ford versucht gerade einen Vorstoß auf dem amerikanischen Markt und zeigt auf der Show den europäischen Ford Fiesta, eine Automobilgröße, die für viele Amerikaner immer noch Neuland ist. Dennoch wird von den Fahrtests auf dem riesigen Freigelände des Convention Centers viel Gebrauch gemacht, denn auch in Amerika weiß man natürlich ob der Qualitäten hiesiger Ingenieurskunst.

Dass Vieles in Amerika anders ist, weiß man nicht erst seit dem gerade geplatzten GM-Verkauf von Opel. Derweil sich deutsche Automobilhersteller mit dem Thema Tuning immer noch sehr schwer tun, haben die Amis längst erkannt, dass das Treiben der Zubehörindustrie um Ihre Automobile dem Geschäfts durchaus höchst förderlich sein kann. Auch daher mag die Einschätzung vieler amerikanischer Vertriebsvorstände rühren, dass das Zubehörangebot auf der SEMA Las Vegas unmittelbare Rückschlüsse auf den Erfolg eines bestimmten Modells zulässt. So gesehen dürften die GM-Manager momentan sehr entspannt sein, denn was auf der SEMA an neuen, getunten Chevrolet Camaros steht, ist mehr als beeindruckend. So zeigte sich auch US Kult-Talker Jay Leno, bekennender Auto-Freak, schier begeistert, als er mit seinem Team den Stand von Chevrolet besuchte. Nach kurzem Gespräch an entsprechender Stelle verkündete er alsdann, dass sein Fuhrpark gerade um ein weiteres Gefährt erweitert wurde. Camaro V8, versteht sich!

2007 zeigte GM einen Prototypen des neuen Camaro, der die Formensprache des Urmodells von 1966 zitierte. Nur zwei Jahre später war es dann soweit. Die Produktion des neuen Camaro startete im März 2009, das Auto zeigte sehr viel der Studie aus 2007 und wurde auf Anhieb wieder ein Renner. Die Nachfrage war so groß, dass Neuwagen deutlich über Listenpreis verkauft wurden.

Sieben Monate später präsentiert die amerikanische Zubehörindustrie ein derart umfangreiches Teileangebot, dass es einem die Sprache verschlägt. Räder und Fahrwerkskomponenten, Karosserieteile und Bausätze, Spoiler, geänderte Fronten und Grills, Auspuffanlagen, Accessoires für den Innenraum und Motorentuning bzw. Motorenumbauten vom Feinsten. Dabei ist alles im Angebot von ganz dezent bis hin zu ultra brutal. Motoren werden mittels Kompressor auf weit über 500 PS gebracht, wem das immer noch nicht reicht, kann sich das Antriebsaggregat aus der Corvette LS 6 einbauen lassen, die Optionen sind grenzenlos. Das Ganze teilt sich zudem auf zwei respektive drei unterschiedliche Motorvarianten auf, denn den neuen Camaro gibt es sowohl mit einem 3,6 Liter V6 (305PS), eine moderne Konstruktion, als auch mit den klassischen V8 mit 6,1 Liter Hubraum und 400 bzw. 426 PS und der klassischen zentralen Nockenwelle. Die V8 sind in den Staaten das, was das Publikum will, der ökonomischere V6 spielt vor allem beim Export eine wichtige Rolle. Die vergleichsweise günstigen Preise in Amerika zwischen 23.000 US Dollar für den V6 und 34.200 US Dollar für den stärksten V8.

Kategorie: Auto News, Events, Tuning

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