Oktoberfest läßt grüßen, hätte unsere Überschrift auch heißen können. Es sieht immer mehr nach Rummel aus beim GTI-Treffen am Wörthersee. Deshalb reisen die wahren Fans auch schon kurz vor dem eigentlichen Event wieder ab. Das soll nicht heißen, daß keine edlen Gefährte mehr da waren. Nur die Anzahl nimmt Jahr für Jahr immer mehr ab. Grund dafür ist sicher die ständig wachsende Miesmache von gewissen Personen in grauer Bekleidung. Das Treffen kann ja nichts dafür, denn das ist nach wie vor erste Sahne. Nur das, was die Staatsorgane daraus machen, verdirbt den meisten die Laune. Hinter jedem Busch lauert man mit Radarpistolen. An jedem Knotenpunkt und mittlerweile um den ganzen See stehen fast schon kleine Hundertschaften vom langen Arm des Gesetzes.
Doch nicht jeder wird reingelassen ins Eldorado: Lediglich fünftausend Auserwählte bekamen ein heiß begehrtes Einfahrtticket für Reifnitz. Der Rest musste draußen bleiben. Wer es bis in den kleinen Ort, der 51 Wochen im Jahr gottvergessen vor sich hin existiert, geschafft hatte, stand mehr als er fuhr. Kommt's hart auf hart, wird auch schon mal dem Wunsch nach einem Burnout nachgegeben. Doch Vorsicht – das wird teuer! Österreicher berappen nach erfolgreicher Gummi-Vernichtung 100 Euro an die ortsansässige Polizei, Ausländer werden mit 160 Euro geschröpft. Das tut weh! Weniger schmerzhaft geht die Reifenqual auf dem "Gummiplatz" von statten. Hier sind Donuts und Burnouts erlaubt, anschließende Reifenplatzer werden vom frenetisch feiernden Publikum förmlich herbeigesehnt.
Allein im letzten Jahr wurden 87 000 Euro nur mit Strafzetteln eingenommen. Deswegen auch keine Action mehr auf der Strecke am See. Nach wie vor ist das Treffen ein großer Wirtschaftsfaktor für die Region. Das merkt man eben an den Preisen. Angefangen bei einer lappigen GTI-Semmel für 5 Euro bis hin zum GTI-Zimmer in der Pension ab 50 Euro.
Ach ja, Autos waren auch dabei! Sensationelle Boliden kamen aus aller Herren Länder. VW- und Audi-Fans aus England, Norwegen, Holland, Belgien, Polen, Serbien, Kroatien, Ungarn, Italien, der Schweiz und aus Deutschland. Geld spielt offenbar keine Rolle: Jeder arbeitende Mensch stellt sich sofort die Frage, welch kleines Vermögen in den Fahrzeugen wohl steckt. Duftendes Leder oder Alcantara in allen Farben und bis unters Dach machen hier lediglich den Anfang. Teures Echt-Carbon, blankes Titan und funkelnde Edelsteine vom Brillenglasschleifer Swarovski setzen das berühmte Tüpfelchen aufs GTI. Wem derartige Dinge neu sind, der fühlt sich wie im automobilen Märchenland. Ein Soundausbau von 1000 Watt ist übrigens Standard – nicht, dass sich der ein oder andere falsche Hoffnungen macht.
Und selbst VW zeigt den Fans wo der Hammer hängt. Extra für die GTI-Fangemeinde präsentierte man in Reifnitz weltexclusiv neben dem neuen Pirelli-Golf GTI auch den Golf V GTI W12 650. Ein weisses, breites Gefährt mit Mittelmotor, 3,7 Sekunden auf 100 und 325 km/h Spitze, abegriegelt!
Und der Kult geht weiter. Nächstes Jahr steigt die Sause am SEE vom 21. Bis zum 25. Mai! www.geilekarre.de ist natürlich wieder mit dabei...









































































