Peugeot RCZ: Gelungene Überarbeitung

Bei der jetzt anstehenden Verjüngungskur ergab sich für die Peugeot-Verantwortlichen die Frage, wie können wir den RCZ noch besser machen. Die Antwort: Nur durch behutsamen Feinschliff.So fielen die Veränderungen am Blechkleid sehr moderat aus. Im Prinzip wurde nur die Frontpartie mit neuer Schürze und neuen Xenon-Scheinwerfern iclusive der jetzt serienmäßigen LED-Tagfahrlichtleisten verändert. Dennoch verleiht die neue Front der gesamten Karosserie kompaktere Formen. Geblieben sind die anderen stilistischen Besonderheiten: die Doppel-Wölbungen im Dach und der Heckscheibe, die beiden Aluminiumbögen an den seitlichen Dachrändern sowie der kleine Knick in der Flanke. Alles in allem eine elegante, muskulöse Linienführung mit stimmigen Proportionen.

Für den Vortrieb stehen unverändert drei moderne und effiziente Motorisierungen zur Wahl. Die drehmomentstarken Benziner 1,6 THP mit 115 kW/156 PS und mit 147 kW/200 PS sowie der 2.0 HDI Selbstzünder mit 120 kW/163 PS. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigen sie zwischen 7,5 und 8,7 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeiten liegen zwischen 215 und 235 km/h. Das kann sich schon sehen lassen.

Dennoch erweist sich der RCZ eher als angenehmer Cruiser denn als ein Kurvenkratzer. Was aber nicht heißt, dass man den Fronttriebler nicht auch sehr flott bewegen kann. Auch mit dem Zwei-Liter-Diesel. Der versieht souverän seinen Dienst und tritt drehmomentstark auf. Maximal 340 Newtonmeter stehen ab 2.000 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung und die teilen sich dem Fahrer des auch durch leichtes Zupfen an der Lenkung mit.

Mehr passiert aber nicht. Elektronik greift zügelnd ein, wie auch bei ungebührlicher Kurvenhatz. Bei forcierter Fahrt zeigt sich der RCZ als spursicher. An die Agilität heckangetriebener Sportler kommt der Peugeot aber nicht heran. Bei höherem Tempo, etwa ab 80 km/h, fährt zweistufig ein Heckspoiler aus, was den Anpressdruck auf der Heckachse wohltuend erhöht. Die Fahrwerksabstimmung besitzt zwar grundsätzlich eine sportliche Note, malträtiert aber die Insassen nicht mit unangenehmer Härte und bietet damit auch Langstreckenkomfort.

Die Bedienung des manuellen Sechsganggetriebes geht leicht von der Hand. Die Wege des kurzen Hebels sind knapp. Die Bremsen sprechen feinfühlig an, arbeiten gut dosierbar. Als Freund des Fahrers entpuppt sich der RCZ an vor allem an der Tankstelle. Realistische Verbrauchswerte um sechs Liter sind ohne Selbstkasteiung zu erreichen. Und auch die Benziner sind recht sparsam, bei ihnen liegt der Normverbrauch bei 6,4 (115 kW) und 6,7 (147 kW) Liter auf 100 Kilometer.

Im Innenraum sitzen Fahrer und Beifahrer niedrig, aber bequem auf Sportsitzen. Davor liegt ein übersichtlicher Armaturenträger. Klavierlack-Intarsien auf der Mittelkonsole, in silbrigem Aluminium schimmernde Türgriffe und geschmackvoll eingesetzter Chrom schaffen ein elegantes, luxuriöses Ambiente Das alles präsentiert sich sauber verarbeitet und auch die Bedienungselemente sind intuitiv zu handhaben. Minuspunkt wie bei fast allen 2+2-Sitzern. Im Fond können höchstens kleine Kinder untergebracht werden, denen der kleine Einstieg vielleicht auch noch Spaß. Wer stattdessen den Fond als Gepäckraum nutzen will, steht ebenfalls vor komplizierter Zugänglichkeit.

Peugeot verzichtet beim RCZ nach wie vor auf die sonst üblichen Ausstattungslinien. Stattdessen hat der Kunde die Möglichkeit, seinen Wagen sowohl über verschiedene Pakete zu individualisieren als auch über einzelne Elemente in ein persönliches Unikat zu verwandeln. Dann ist aber der vergleichsweise günstige Einstiegspreis (Benziner ab 28.150 Euro / Diesel ab 30.650 Euro) schnell Makulatur und man nähert sich noch etablierteren Produkten deutscher Wettbewerber. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)

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