Genf 2014: Böse, böser, Opel Astra OPC Extreme

Wer hätte das gedacht! Extremisten gibt es ausschließlich im Rallye- oder Langstreckensport. Selbst in der Tuning-Szene sind dicke Heckflügel vom Aussterben bedroht. Doch die Rüsselsheimer trauen sich mal was und bringen den Opel Astra OPC Extreme mit nach Genf. Ein wortwörtlicher Überflieger, der vor Motorsport-Ambiente nur so strotzt.

Sicher, bei derlei Machogehabe scheiden sich die Geister. Schließlich ist es schon ein paar Jährchen her, als einst dicke Heckflügel in der Tuning-Szene so beliebt waren. Heute kommt es auf die inneren Werte an. Vom Wolf im Schafspelz sprechen viele, wenn das Äußere scharmant bezaubert und das Innere mit militanten Leistungswerten brilliert. Doch es soll noch Leute geben, die vom einfallslosen Unterstatement die Nase gestrichen voll haben. Breite Backen, dicke Rohre, wuchtige Heckflügel und furiose Nüstern müssen her, um dem automobilen Einheitsbrei Einhalt zu gebieten.

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Das steht auch bei den Opelanern auf dem Plan. Der Opel Astra OPC Extreme 2014 ist zwar nur eine Studie, aber durchaus bereit für die Serienreife. Bewundernswert: Als einer der wenigen hauseigenen Tuner definiert das namensgebende Opel Performance Center die Gratwanderung zwischen Rundkurs-Renner und Straßenfahrzeug völlig neu. Denn meist ist es doch so, dass sowieso schon straßenzugelassene Serienfahrzeuge etwas aggressiver gestaltet werden, wobei das motorsportliche Ambiente dann doch in den Hintergrund rückt. Käfig? Fehlanzeige. Renngurte? Fehlanzeige. Im Interieur finden sich noch die obligatorischen Badges, die zumindest auf motorsportliche Gene hinweisen sollen. Halbherzig nennt man das.

Astra OPC EXTREME

Beim Astra OPC Extreme ist das alles umgekehrt: Ein Renner von der Rennstrecke wird in den regulären Straßenverkehr integriert, ohne Abstriche bei Technik und Optik machen zu müssen. Deshalb bekommt der Astra OPC reinrassige Motorsport-Technik spendiert, die unter anderem bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft zu Tage tritt. Gerade das turboaufgeladene Zweiliter-Vierzylindertriebwerk mit mehr als 300 PS ist potent genug, um sich auch mal einen Rennstreckenausflug zu gönnen – beispielsweise bei den Touristenfahrten auf der legendären Nürburgring Nordschleife. Funktional und optisch eine Wohltat sind der aerodynamisch optimierte Heckflügel, der Diffusor oder die Motorhaube mit üppigen Entlüftungsöffnungen. Abgesehen davon sind Motorhaube, Domstrebe, Motorabdeckung, Radhausentlüftungen sowie die gesamte Dachpartie aus hochfestem Kohlefaserverbund gefertigt. Alles in allem soll der Fahrzeugschwerpunkt und das Fahrzeuggewicht soweit gesenkt werden, dass der Astra OPC Extreme auf der Rennstrecke eine außerordentlich gute Figur machen dürfte. Sogar die Räder sind aus Karbon gefertigt und sparen gegenüber ihrem Alu-Pendanten satte 20 Kilogramm Gewicht ein. Außerdem ersetzen das Dach aus Carbon und die beiden Alu-Kotflügel schwere Stahlteile. Abgerundet wird das Ganze durch eine Mehrschichtlackierung samt folierten Details, die den alles andere als braven Gesamteindruck nochmals erhärten.

Astra OPC EXTREME

Auch im Inneren gibt es Motorsport wie sie im Buche steht: Im Fond herrscht gähnende Leere; nur ein Sicherheitsbügel ist hier aufzufinden. Im vorderen Bereich sind die Recaro-Schalen mit ihren Sechspunktgurten aus dem Hause Schroth eine Annehmlichkeit, die bei vermeintlichen Straßenrennern so gerne vermisst wird. Das Wildlederlenkrad ist nicht nur schick, sondern ebenfalls kohlefaserverstärkt. Gelbe Ziernähte oder Extreme-Logos hier und da erinnern an das motorsportliche Kolorit, obwohl es der Astra OPC Extreme überhaupt nicht nötig hat.

Insgesamt zeigt Opel Mut zu guten Taten, die den ein oder anderen in den Bann ziehen dürfte. Mehr zum Preis, Ausstattungsdetails oder zur Verfügbarkeit des schnellsten Astras aller Zeiten gibt Opel noch nicht bekannt. Man darf aber davon ausgehen, dass die Rüsselsheimer nicht lange auf sich warten lassen und spätestens Anfang März mehr zum Extremisten verraten werden.

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