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Fahrbericht VW Passat CC 1.8 TSI: schön groß , schön schnell, einfach schön.

Ist das neue Coupé aus Wolfsburg tatsächlich ein gelungener Design-Coup, der die Brücke zwischen edlem Sportwagen und Familienauto schlägt? Wir haben ihn getestet und sagen: ganz schön schön...

28.08.08 13:10
Kategorie: Fahrberichte, VW

 

Beim Volkswagen Passat CC scheiden sich die Geister, die Mehrheit ist aber begeistert. Dieses Ziel haben die Designer des viertürigen Coupés aus Wolfburg also erreicht. Sie wollten ein schönes und gleichzeitig edles Automobil für einen Markt, in dem Käufer nicht grundsätzlich der Meinung sind: groß ist gleich gut und klein ist grundsätzlich nicht akzeptabel.

 

Um es gleich vorwegzunehmen: Groß gewachsene Fahrer haben beim Passat CC einen wenig komfortablen Fahrbeginn. Denn bei einer maximalen Höhe von 1,42 Metern bleibt unter dem weit nach hinten flach abfallenden Coupédach nur wenig Innenhöhe, aber dafür viel Fußraum im mit 4,80 Metern langgestreckten Passat CC. Bei den vorderen Sitzen bleibt zwischen Sitzoberkante und der Dachunterkante nur ein kleiner Durchstieg, der das Einsteigen für Lange zu einer Übung werden lässt, die sie sonst nur bei flachen Sportflundern kennen: Füße voran und dann hineingleiten lassen.

Hat man so seinen Platz hinter dem Lenkrad eingenommen, vergisst man diese Turnübung rasch. Die Sportsitze unseres CC sind elektrisch vielfach einstellbar und lassen keinen Zweifel am guten Seitenhalt zu. Drinnen verbreiten in unserem Fall die zweifarbige Lederausstattung in Verbindung mit viel Holz und gut anzuschauenden Materialien, dickem Multifunktionslenkrad und klassisch-schönen Rundinstrumente die gewünschte Premium-Atmosphäre.

Dass sich Volkswagen hier keine Blöße gibt, konnte man angesichts des immer wieder betonten Qualitätsanspruchs erwarten. Überrascht hat uns aber der Motor; denn unser CC mit immerhin 1430 kg Leergewicht stand mit der kleinsten Benziner-Variante vor der Tür - dem 1,8 Liter TSI-Motor mit 118 kW / 160 PS, kombiniert mit dem Sechs-Gang-Handschalter.

Was da auf den ersten Blick als magere Motorisierung erscheinen mag, erweist sich im Alltag als mehr als ausreichend. Mit diesem Turbo-Direkteinspritzer beschleunigt unser CC in 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 220 km/h und das bei einem Praxis-Verbrauch von um die 9 Litern Super auf 100 km. Der Durchschnittswert nach EU-Norm liegt bei 7,6 Litern, der Kohlendioxidausstoß bei 180 Gramm pro Kilometer.

Das sogenannte „Downseizing“ beim Motorhubraum schadet dem Fahreindruck also keinesfalls. Der Motor wirk zu keiner Zeit überfordert oder gar drehmomentschwach. Sein maximales Drehmoment liegt von 1500 bis 4200 Umdrehungen pro Minute bei 250 Newtonmetern - dem Turbolader sei Dank. Dem Lader verdankt der Motor auch seine einzige Schwäche, eine Anfahrschwäche, die beim Start einen sorgfältigen Umgang mit dem Gaspedal erfordert.

Mit dem von uns so geliebten Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wäre davon sicher nichts zu spüren. Aber der Handschalter ist auch nicht von schlechten Eltern. Schaltwege wie im Sportwagen und selbst heute noch ungewöhnlicher hoher Schaltkomfort erleichtern den Verzicht auf die Automatik, die sowieso erst mit dem Sechszylinder im CC V6 „4Motion“ für 1.500 Euro Aufpreis bestellt werden kann. Der V6 liegt im Preis aber auch gleich fast 10.000 Euro über unserem Passat CC.

Auch mit vollem 532-Liter-Kofferraum und voller Zuladung von 490 Kilogramm bleibt der Passat CC mit dem Vierzylinder ein fahraktives Auto, zumal mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC (Aufpreis 1.035 Euro). Die erlaubt die Auswahl von drei Fahrprogrammen, ein automatisches, eines namens „Comfort“ für die Fahrt mit der Familie und eines namens „Sport“ für den Ausritt allein.

Der Passat CC ordnet sich also sogar mit dem kleineren Motor zwischen den beiden weiteren Modellen dieser neuen Fahrzeugklasse ein. Er muss sich angesichts seines Basispreises von 30.300 Euro und seines Designcharakters weder vor dem Mercedes-Benz CLS noch vor dem Jaguar XF verstecken. Und wie bei diesen beiden Vertretern kann man auch beim CC mächtig viel Geld in die Individualisierung seines Autos stecken. Unser CC mit allem, was es Gutes für ihn gibt, landet bei einem Endpreis von mehr als 45.000 Euro. (ar/Sm)

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